Vom Münsterland nach Merseburg

Der Münsterländer Lukas Lettmann, vom altehrwürdigen Gymnasium Nepomucenum in Coesfeld, gehört zum ersten Jahrgang, der an CDS in Nordrhein-Westfalen teilgenommen hat. Und er beließ es nicht nur bei der Teilnahme! Der Träger des 5. Kyus bewies Durchsetzungsvermögen und errang den Landessieg - im einwohnerstärksten CDS-Bundesland! Weil es im ersten Jahr CDS in NRW noch keine eigene Finalrunde gab, begab sich Lukas im Juni 2016 nach Merseburg, um sich dort den Schülern der mitteldeutschen Spezialschulen zu stellen. Ein spannender Wettkampf! Lukas ließ sich auch dieses Mal nicht lumpen und kassierte den 2. Platz in der Theorie und gemeinsam mit seinem Team auch gleich noch den zweiten Platz in der Praxis. Wie er den Wettbewerb wahrgenommen hat, erzählt er hier selbst.

Faszi: Wie bist du zu dem Wettbewerb "Chemie - die stimmt!" (CDS) gekommen?

Mein Lehrer im Wahlfach „Naturwissenschaften“, Dr. Matthias Rinke, hat seine Schüler letztes Jahr auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Er war es auch, der die Aufgaben der ersten Runde korrigiert hat und meine Schulkameradin Jenni Roether und mich dann zur zweiten Runde nach Münster begleitete. Dass wir es dann bis zur Finalrunde geschafft haben, liegt vor allem an den sehr guten MINT-Angeboten meiner Schule. Neben der vorhandenen Motivation waren natürlich auch der Spaß beim Experimentieren mit meinem Chemie-Baukasten und eine Portion Glück hilfreich.

 

Faszi: Was hast du Dir von der Teilnahme an CDS versprochen?

Tatsächlich bin ich mit relativ wenigen Erwartungen an „Chemie – die stimmt!“ herangegangen. Anstatt nach Erfolg zu streben, wollte ich vielmehr den Wettbewerb kennenlernen und ausprobieren, wie weit ich komme. Mit meinem Abschneiden bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden!

Die Bücher, die man beim Wettbewerb gewinnen kann, gefallen mir ebenfalls. Sie gehören in einem Chemiestudium sowieso zur Grundausrüstung, aber sind auch jetzt schon interessant und hilfreich.

 

Faszi: Spätestens in der 2. Runde wartet CDS mit ziemlich anspruchsvollen Aufgaben auf. Wem kannst du die Teilnahme empfehlen?

Natürlich werden die Aufgaben immer schwieriger, doch das sollte meiner Meinung nach niemanden daran hindern, bei CDS mitzumachen. Zwar ist es ärgerlich, bereits in der ersten Runde auszuscheiden, gerade nach dem Aufwand, den man dort vollbringen muss. Da in der ersten Runde allerdings noch das Recherchieren im Internet, in Büchern usw. gestattet ist, ist es gut möglich in die zweite Runde zu kommen. Auf jeden Fall erfährt man auf diese Weise viel Neues und kann sich auf das nächste Jahr vorbereiten.

Für jeden, dem Chemie ein bisschen Spaß macht und der an Erfahrungen gewinnen möchte, ist die Teilnahme empfehlenswert. Verlieren kann man nichts!

 

Faszi: War es bei der Finalrunde in Merseburg deine erste Begegnung mit Schüler aus den neuen Bundesländern? Wie hat das geklappt?

Vor CDS habe ich nur an Wettbewerben in Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Gerade dadurch, dass die Gruppen in der praktischen Klausur aus allen fünf Bundesländern zusammengesetzt waren, spielte das aber keine große Rolle. Stattdessen konnte ich mich im Teamwork mit Teilnehmern aus den neuen Bundesländern schnell anfreunden.

Faszi: Du bist auch bei anderen Wettbewerben aktiv. Welche sind das und was steht als nächstes an?

Jedes Jahr mache ich bei der Mathematik-Olympiade mit, wo ich in der Kommunalrunde meistens gut abschneide. Im Januar dieses Jahres habe ich mich auch erfolgreich beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen Latein behauptet. Zuletzt habe ich mich am Wettbewerb bio-logisch! versucht und dort gut abgeschnitten. Außerdem nimmt unsere Schule jährlich am Mathe-Känguru und am English-Contest TheBigChallenge teil.

Für dieses Schuljahr steht nichts mehr auf dem Plan. In der zehnten Klasse möchte ich auf jeden Fall wieder bei CDS mitmachen. Die nächste Herausforderung wird dann die Teilnahme an der

Internationale ChemieOlympiade sein. Ein Wettbewerb wie CDS ist natürlich eine großartige Vorbereitung darauf; nicht nur wegen des neuen Wissens, sondern vor allem wegen der Erfahrungen.

 

Faszi: Was beschäftigt dich, wenn dir mal nicht Reaktionsgleichungen durch den Kopf gehen?

Seit dem ersten Schuljahr spiele ich Gitarre. Darüber hinaus habe ich den violetten Gurt (5. Kyu) im Karate und gehe joggen. Noch vor ein paar Wochen habe ich deswegen mit anderen aus meiner Schule am Viva-West-Schülermarathon teilgenommen.

 

Faszi: Rückblickend: Was hat dir an CDS besonders gut gefallen?

Sehr gut gefallen hat mir das Praktikum. Schön fand ich aber auch das Rahmenprogramm, besonders das Bowling und den Besuch des Planetariums, sowie der Experimentalvortrag vor der Siegerehrung. Dadurch entstand eine gelungene und abwechslungsreiche Mischung aus Chemie und anderen Dingen. Allerdings war das tägliche Programm von 7:30 Uhr bis 21:00 Uhr auch eine körperliche Herausforderung. Es hat sich aber auch gelohnt. Wenn es das abendliche Abwechslungsprogramm nicht gegeben hätte, wären mit Sicherheit einige Leute auf ihre Zimmer gegangen und hätten den Austausch untereinander vielleicht vermieden. Und nicht umsonst ist es ja ein Wettbewerb: da ist jede Herausforderung gerne willkommen!

 

Fotos: Karola Richter