Der Sherlock Holmes von Genthin

Sebastian Witte liebt es zu knobeln. Bei CDS war er einer der ganz wenigen Teilnehmer, die in der sachsen-anhaltinischen Landesrunde 2015 die Funktionsweise eines Falschgeld-Prüfstiftes erknobelt hatten. Zurecht wurde er für seine detektivischen Leistungen von der Volksstimme zum "Sherlock Holmes von Genthin" gekürt. Seine Fähigkeiten brachten ihm bei CDS einen herausragenden 1. Platz in der Landesrunde und einen beeindruckenden 3. Platz in der Finalrunde 2016 ein.

Faszi: Wie bist du zu dem Wettbewerb "Chemie - die stimmt!" (CDS) gekommen?

Am Ende der 7. Klasse gab mir mein Chemielehrer, Herr Krüger, die Aufgaben der 1. Runde CDS für Achtklässler damit ich über die Sommerferien eine Beschäftigung hatte. Da mir das Lösen der Aufgaben viel Spaß machte, nahm ich dann in der 8. Klasse erstmals an CDS teil. Ich qualifizierte mich auch gleich für die Landesrunde und wurde Dritter. Für Achtklässler endete hier der Wettbewerb. Mein Ehrgeiz in der neunten Klasse zur Finalrunde nach Merseburg zu kommen war jedoch geweckt.

Faszi: Was hast du Dir von der Teilnahme an CDS versprochen?

Vor allem ging es mir darum, andere Schüler, die sich auch für Chemie interessieren, kennenzulernen. Mein persönliches Ziel war es, in die Finalrunde zu kommen. Mein Traumziel waren die Top Ten, die ich tatsächlich erreicht habe. Außerdem habe ich natürlich viele neue Leute kennenlernen können, mit denen man sich ganz locker über Chemie unterhalten kann.

Faszi: Ist CDS vor allem ein Wettbewerb für echte Chemie-Nerds?

Ich denke, dass man nicht gerade ein Chemie-Nerd sein muss, um erfolgreich an CDS teilzunehmen. Man sollte einfach Spaß an Chemie haben und auch gerne rechnen. Ich kann die Teilnahme allen empfehlen, die Chemie mögen, und Mathematik auch nicht meiden. Ich bin auch der Meinung, dass die CDS Aufgaben, besonders die der dritten Runde, einen recht gut auf die Internationale ChemieOlympiade (IChO) vorbereiten. Da sich die IChO an Schüler der Sekundarstufe 2 wendet, sind die Aufgaben sogar noch ein bisschen schwieriger. Darum ist es sehr gut, dass CDS versucht, schon uns jüngere Schüler an das Aufgabenniveau der IChO heranzuführen.

Faszi: Spätestens in der Landesrunde überwiegen bei CDS Schüler der „Spezialschulen“. Wie seid ihr miteinander ausgekommen?

Es war wirklich toll, auch Schüler der Spezialschulen kennenzulernen. Man kann super mit ihnen reden. Wir sind auch gut miteinander klargekommen, Probleme gab es gar keine. Ich habe es mir schon wirklich schon öfters überlegt, zu einer „Spezialschule“ zu wechseln, doch nun ist es schon zu spät und ich bin mit meiner Schule überwiegend sehr zufrieden. Vor allem mein Chemielehrer Herr Krüger ist sehr kompetent.

Faszi: Bist auch bei anderen Wettbewerben aktiv? Falls ja: welcher steht als nächstes an? 

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, erstmals an der IChO teilzunehmen. Die Aufgaben der ersten Runde lesen sich interessant. Ansonsten stehen keine anderen Wettbewerbe in diesem Jahr an. An der JuniorScienceOlympiade (IJSO) kann ich leider nicht noch einmal teilnehmen, da ich es letztes Jahr bereits bis zum Bundesfinale in Kiel geschafft hatte: mit einem 20. Platz in der Tasche bin ich sehr zufrieden nach Hause gefahren.

Faszi: Rückblickend: Was hat dir bei CDS besonders gut gefallen?

 

Am meisten Spaß hat tatsächlich die Bearbeitung der Aufgaben gemacht, auch wenn ich eigentlich ein schlechtes Gefühl hatte. Der experimentelle Teil des Wettbewerbs war auch sehr toll: da ich kaum praktische Erfahrung habe, konnte ich beim gemeinsamen Experimentieren mit meinem Team viel dazulernen. Mit meine Teamkollegen Timo Hülße [Anm. der Red. Schüler aus Hamm in Nordrhein-Westfalen] konnte ich dann auch einen Lösungsweg finden, um das unbekannte Salz, welches wir untersuchen sollten, zu identifizieren. Der Preis, der „Vollhardt“ - ein dickes Lehrbuch zum Thema "Organische Chemie", ist echt toll. Ich wollte mir dieses Buch sowieso kaufen. Sehr anstrengend waren die vierstündige Theorie-Klausur und das Aufgabenseminar zur Besprechung der Lösungswege direkt im Anschluss. Aber das Volleyballturnier, das dann zum Ausgleich am Abend anstand, war wirklich lustig!

 

Fotos: Karola Richter