Zum Gewinnen gehören Talent und Arbeit

Der Ilmenauer Tim Enders hat schon sehr früh sein Interesse für die Naturwissenschaften entdeckt. Dabei ist er kein Spezialist, sondern eher ein Multitalent: neben einem Regionalrundensieg bei Chemie - die stimmt! hat er auch Erfolge beim Auswahlverfahren zur Internationalen PhysikOlympiade und vor allem Silbermedaillen bei der Junior Science Olympiad und der Internationalen ChemieOlympiade vorzuweisen.

Tim Enders hatte Glück: in Ilmenau geboren und aufgewachsen hatte er nach der Grundschule die Chance, das Goethe-Gymnasium zu besuchen - eine Schule, die weit über Thüringen hinaus dafür bekannt ist, ganz große Nachwuchswissenschaftler hervorzubringen. Am Goethe-Gymnasium hatte man schnell sein Talent erkannt und er konnte ab der 7. Klasse verstärkt von Förderunterricht profitieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits einmal bei einem Chemiewettbewerb ausprobiert. Doch bei dem experimentellen Wettbewerb Chemkids wollte es dem Theoretiker nicht so recht gefallen: da galt es vor allem, Versuchsprotokolle anzufertigen. So richtig begeistern konnte er sich dann für Chemie - die stimmt! wo er große Erfolge feierte, zum Beispiel als Regionalrundensieger. Beim CDS-Bundesfinale 2020 wäre er als Favorit auf den Titel Bundessieger angetreten. Wegen einer Erkältung hatte er aber die Gesundheit anderer über seine eigenen Ambitionen gestellt und auf die Teilnahme am Bundesfinale verzichtet.

Trotz seines Engagements bei Chemiewettbewerben: Tim kann sich auch für andere Wissenschaften begeistern, besonders für die Physik. So gelang es ihm, den 9. Platz unter 700 Teilnehmenden beim deutschen Auswahlverfahren für die Internationale PhysikOlympiade (IPhO) zu erzielen. Möglich machte das auch die exzellente Förderung an seiner Schule: Tim belegt nicht nur alle Naturwissenschaften als Leistungskursfächer, sondern besucht zudem verschiedene “Leistungszentren” - Kurse mit sehr kleiner Schülerzahl - die speziell auf die Teilnahme bei Olympiaden vorbereiten. Da überrascht es nicht, dass Tim 2019 als Mitglied im sechsköpfigen deutschen Auswahlteam in Qatar eine Silbermedaille bei der Junior Science Olympiad ergatterte. Sein größter Coup gelang ihm aber im Sommer 2021: als Mitglied im vierköpfigen deutschen Auswahlteam bei der Internationalen ChemieOlympiade “in Japan” (die Olympiade fand virtuelle statt; das Auswahlteam hatte sich dazu in Erfurt getroffen) konnte er ebenfalls eine Silbermedaille erringen. Wie er für all diese Teilnahmen die Zeit findet, fragt man sich. “Ich bin durchaus organisiert!” bestätigt Tim. Und er fügt hinzu: “Bis vor knapp einem Jahr habe ich nicht viel für Olympiaden gemacht. Als ich dann auf Platz 48 ganz knapp in eine IPhO-Runde gerutscht bin, habe ich mich danach aufgerafft. Hätte ich das nicht gemacht, wäre ich nicht in die höchste IPhO-Runde gekommen und auch nicht in das IChO-Nationalteam. Um zu gewinnen, braucht es nicht nur Talent sondern auch viel Arbeit.”

Dabei ist die Investition in das Studium der Naturwissenschaften sicher keine vertane Zeit. Lange hatte Tim das Ziel vor Augen, Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren. Durch die intensive Beschäftigung mit Physik und Chemie hat sich Ziel etwas verändert: “Ich habe ins Auge gefasst, physikalische Chemie zu studieren. Das ist auch immer noch mein Wunsch.” Wir wünschen viel Erfolg auf diesem Weg!